Trauriger Jahrestag – mehr Geld für die Mörder

Ramallah, 30. Juli 2022: An Lächerlichkeit kaum zu überbieten - Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas, im 18. Jahr seiner 5-jährigen Amtszeit, erhält den Jahresbericht 2021 der Zentralen Wahlkommission, überreicht von deren Vorsitzenden Hanna Nasser (Lizenz: imago/ZUMAap3_ 20220730_zaf_ap3_336; Copyright: Thaer Ganaim)

Jerusalem/Israel – Vor wenigern Tagen jährte sich zum zwanzigsten Male eines der blutigsten Anschläge der sog. Zweiten Intifada, das Massaker an der Hebräischen Universität. im Jahre 2002 starben dabei 9 Menschen, an die 100 wurden verletzt. Für ihre letztliche Verantwortung wurde 2015 in den USA die PLO zur Zahlung einer Rekordsumme von USD 655 Mio. verurteilt. Die Mörder selbst erhalten heute noch “Zahlungen an die Märtyrer” von der Palästinensischen Autonomiebehörde, im Rahmen des von Israel als “pay for slay” bezeichneten Programms.

Am 30. Juli 2002 explodierte eine mit Splittern gefüllte Bombe in der, nach Frank Sinatra benannten, Cafeteria der Hebräischen Universität auf dem Ölberg in Jerusalem. Daran erinnert das Israel Law Center (Shurat HaDin) in einem Rundschreiben. Das Attentat forderte 9 Tote und an die 100 Verletzte.

Die Namen der Todessopfer ( im Bild v.r.n.l.):

  • Janus Ruth Coulter (36)
  • Daphna Spruch (61)
  • Revital Barashi (30)
  • Dina Carter (38)
  • Benjamin Blustein (25)
  • David Gritz (24)
  • David Ladowski (29)
  • Marla Bennet (24)
  • Levina Shapira (53)

Zum Anschlag bekannte sich die Hamas, die damit für die gezielte Tötung eines ihrer Anführer durch Israel Rache nehmen wollte. Die letzte Verantwortung jedoch lastete zur damaligen Zeit auf der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), resp. an der militärischen Führung der PLO. Diese wurden auch in der von Shurat HaDin im Jahre 2004 eingereichten Klage in den Vereinigten Staaten als Beklagte geführt. Ihnen wurde die Unterstützung der Terroristen und die dabei billigend in Kauf genommenen Opfer zur Last gelegt wurden. Durch die Klageschrift in diesem Fall erlangte auch das von der PLO eingeführte Programm der “Zahlungen an die Märtyrer” (engl. pay for slay”) grössere Bekanntheit, mit welchen in Israel verurteilten und einsitzenden Mördern, resp. den Familien von bei Terroranschlägen Getöteten bis heute ein monatliches Gehalt bzw. Renten ausbezahlt werden.

Im Jahr 2015 verurteilte ein Gericht in New York zwar die PLO zur Zahlung einer Rekordsumme von über USD 655 Mio an die Familien der Opfer, u.a. auch des Anschlages in Jerusalem, jedoch gelang in der Folge den Anwälten der Terrororganisation die Anfechtung des Urteils, aufgrund von Verfahrensmängeln. Unterdessen richten insbesondere europäische Staaten, darunter auch die Schweiz, weiter substanzielle “humanitäre Hilfen” an palästinensische Organisationen. Dass diese – wenn nicht direkt, so doch mittelbar – die anhaltende Finanzierung des Terrors ermöglichen, wollen die Verantwortlichen in diesen Ländern bis heute nicht anerkennen, und flüchten sich in Ausreden von Zweckbindung. Und die Parlamente, die Regierungen oder auch die Wahlberechtigten in diesen Ländern haben es bis heute nicht geschafft, den Geldfluss zu stoppen.

Es mutet nachgerade als blanker Hohn an, dass inzwischen die Führung der Palästinenser unverhohlen verkünden kann, wenn sie Anpassungen, natürlich nach oben, an den geleisteten Zahlungen vornimmt. Die Berichte darüber werden bestenfalls mit einem Schulterzucker zur Kenntnis genommen – Konsequenzen haben weder die PA/PLO noch die Hamas zu befürchten. Es ist doch kein Zufall, und es zeigt die Unverfrorenheit der palästinensischen Führung, dass die neueste dieser Ankündigungen bloss wenige Tage nach dem vielbeachteten Besuch von Präsident Joe Biden – wir berichteten darüber – veröffentlicht worden ist. Im Rahmen dieses Besuchs haben Biden und sein Aussenminister Anthony Blinken weitere Zahlungen an die Palästinenser bekannt gegeben! Die an Sisyphus gemahnenden Anstrengungen von Organisationen wie Shurat HaDin scheinen dabei keinerlei Wirkung zu entfachen!

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Über Thomas Morvay 198 Artikel
Der mit Sprache Bilder kreiiert Seit über 10 Jahren journalistisch tätig, vorwiegend zu Themen Israel und jüdisches Leben. Als Korrespondent und Redaktioneller Mitarbeiter für die European News Agency, und seit geraumer Zeit auch als Blogger hier auf dieser Plattform. Davor war ich auch fleissig als Kommentator über die Plattform Disqus unterwegs, u.a. bei der Jerusalem Post oder die Neue Zürcher Zeitung. Mitglied im Deutschen Verband der Pressejournalisten

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