Synagoge in Rouen – Brandanschlag vereitelt

Die Synagoge der Stadt Rouen, an der Rue des Bons Enfants war Ziel eines Brandanschlags heute morgen. (Aus Wikipedia; Lizenz: Creative Commons Attribution Share-Alike Unported 3.0)

Letzte Aktualisierung am 17. Mai 2024 durch Thomas Morvay

Einer Meldung der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ zufolge wurde von Sicherheitskräften ein Mann getötet, der im Begriff war, an der Synagoge der Stadt Rouen ein Feuer zu legen. Der bisher nicht identifizierte Angreifer konnte von herbeieilenden Polizisten damit erfolgreich an der Tat gehindert werden.

Polizeiangaben zufolge war der Mann zuvor auf das Dach der Synagoge geklettert und im Begriff, dort Feuer anzulegen. Beim Eintreffen der Ordnungshüter kletterte er von dort herunter und ging diese mit einer Eisenstange und einem Hammer an, worauf die Polizei sich mit ihren Schusswaffen zu Wehr setzten. Der Angreifer konnte so „neutralisiert“ werden, wie es im Polizeijargon heisst. Die Abklärungen zur Feststellung der Identität des Attentäters sind im Gange.

Gemäss einer Erklärung der Staatsanwaltschaft sind in der Folge zwei Verfahren eingeleitet worden. Zum Einen geht es um die Vorgänge des vermuteten Brandanschlages auf ein Gotteshaus, zum Anderen um die Umstände, die zum Tod des Attentäters geführt haben.

À travers cette agression et cette tentative d’incendie de la synagogue de Rouen, ce n’est pas seulement la communauté israélite qui est touchée. C’est toute la ville qui est meurtrie et sous le choc.

Erklärung des Bürgermeisters von Rouen Nicolas Mayer-Rossignol, im „Le Figaro“ vom 17.05.2024

UPDATE 17.05.2024 19 Uhr: Inzwischen ist zur Identität des Attentäters bekannt geworden, dass er ein bereits ausgewiesener Asylbewerber aus Algerien ist, der 29 Jahre alt sein soll.

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Über Thomas Morvay 316 Artikel
Der mit Sprache Bilder kreiiert Seit über 10 Jahren journalistisch tätig, vorwiegend zu Themen Israel und jüdisches Leben. Zuvor Korrespondent und Redaktioneller Mitarbeiter für die European News Agency, und seit geraumer Zeit als Blogger hier auf dieser Plattform. Davor war ich auch fleissig als Kommentator über die Plattform Disqus unterwegs, u.a. bei der Jerusalem Post oder die Neue Zürcher Zeitung. Inhaltlich mache ich keinen Hehl aus meiner Überzeugung, dass für mich die sog. Zwei-Staaten-Lösung - die ja wahl- und bezeichnenderweise auch schon ein Konzept für mehr als 2 Staaten war - eine in der westphälischen Ordnung (Henry Kissinger) verwurzelte und europazentrische Sichtweise - überholt resp. zumindest neu gedacht werden muss. Als Sprössling zweier Überlebenden der Schoa ist das, was man heutzutage Erinnerungskultur nennt, naturgemäss mein Thema. In diesen Zusammenhang gehört die Auffassung, dass man nach wie vor lieber tote Juden beweint, als dass man sich lebenden Juden - in Israel oder in der Diaspora - zuwendet, bekennt und mit ihnen solidarisiert. In dieser Hinsicht halte ich meinem Land, der Schweiz, vor, sich ihrer Verantwortung aus dem Zweiten Weltkrieg bis heute nicht gestellt zu haben. Da verkommt sogar die Diskussion über eine zentrale Gedenkstätte oder zu Raubkunst zur willkommenen Ablenkung vom Thema. Mitglied im Deutschen Verband der Pressejournalisten

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