Suche nach einem Ausweg, oder doch nur Kampf um Positionen

Der nachfolgende Artikel zu den jüngsten Entwicklungen basiert auf Meldungen der Nachrichtenagentur Associated Press, welche weitherum zitiert werden.

Neuesten Berichten zufolge aollen sich die Vereinigten Staaten und Israel sowie der Iran auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt haben. Die Interpretation dessen, was sie vereinbart haben sollen, weicht je nach Quelle allerdings stark voneinander ab. Während der Iran sich auf den Aspekt fokussiert, dass nun Klarheit herrsche, ob und in welcher Weise er Gebühren für die Schifffahrt durch die Strasse von Hormuz erheben könne, verkündet der US-Präsident, Donald J. Trump, zusammen mit Iran den Abtransport von angereichertem Uran organisieren zu wollen. Der Iran allerdings liefert hierfür keine Bestätigung.

Während Pakistan und weitere, an den Verhandlungen Beteiligte, ein Stillhalten in den Kämpfen in Libanon erwähnen, ist für den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu nur klar, dass der Kampf seiner Streitkräfte gegen die libanesische Terror-Miliz nicht Teil der Vereinbarungen sei. Entsprechend greift die israelische Luftwaffe am Nachmittag Ziele im Zentrum Beiruts an – Hisbollah erklärt umgehend, dass sie sich das «naturgemässe Recht auf Widerstand» vorbehalte. Und der Iran droht bereits damit, das Stillhalteabkommen zu verlassen, und erklärt seinerseits, die Amerikaner hätten einer umfassenden Feuerpause zugestimmt, was den «islamistischen Widerstand» mit einschlösse. Falls die Vereinigten Staaten nicht in der Lage seien, dem «tollwütigen Hund» in der Region Einhalt zu gebieten, würde der Iran ihnen dabei «helfen» – mit Gewalt!

Israels Aussenministerium wiederholt einmal mehr den Vorwurf an die Libanesen, nicht genug für die Demilitarisierung der Terroristen zu unternehmen, und stattdessen Israel unentwegt Vorhaltungen zu machen. Der libanesische Präsident Joseph Aoun nannte den israelischen Angriff «barbarisch». Es wird von mindestens 90 Toten 800 Verletzten infolge dieses Angriffs ausgegangen – diese Angaben macht das libanesische Gesundheitsministerium. Allerdings sind diese Zahlen wohl provisorisch und absolut nicht überprüfbar.

Ob die Strasse von Hormuz nun wieder geöffnet wird, dazu gibt es allerdings aktuell noch keine verlässlichen Angaben. Und das lässt mit Blick auf die Spritpreise an den Tankstellen – welche natürlich vom Füllungsgrad der Lager der Mineralöl-Gesellschaften abhängig sind, die um die traditionellen Ferienzeiten im Frühjahr und Sommer tendenziell hoch sind – nicht gerade viel Optimismus zu. Und das ist aber für den kleinen Mann auf der Strasse wohl das Wichtigste! In Deutschland sind soeben neue Bestimmungen in Kraft getreten, wonach Preise – nach oben – nur einmal am Tag angepasst werden dürfen. Für die Schweiz gibt es noch überhaupt keine Neuigkeiten zu vermelden, und ich bin auch schon zu lange weg von den «Öligen», um wirklich mitreden zu können.

Dieser Beitrag wurde aktualisiert durch Thomas Morvay, vor 1 Woche ago

About Thomas Morvay 374 Articles
Der mit Sprache Bilder kreiiert Seit über 10 Jahren journalistisch tätig, vorwiegend zu Themen Israel und jüdisches Leben. Zuvor Korrespondent und Redaktioneller Mitarbeiter für die European News Agency, und seit geraumer Zeit als Blogger hier auf dieser Plattform. Davor war ich auch fleissig als Kommentator über die Plattform Disqus unterwegs, u.a. bei der Jerusalem Post oder die Neue Zürcher Zeitung. Inhaltlich mache ich keinen Hehl aus meiner Überzeugung, dass für mich die sog. Zwei-Staaten-Lösung - die ja wahl- und bezeichnenderweise auch schon ein Konzept für mehr als 2 Staaten war - eine in der westphälischen Ordnung (Henry Kissinger) verwurzelte und europazentrische Sichtweise - überholt resp. zumindest neu gedacht werden muss. Als Sprössling zweier Überlebenden der Schoa ist das, was man heutzutage Erinnerungskultur nennt, naturgemäss mein Thema. In diesen Zusammenhang gehört die Auffassung, dass man nach wie vor lieber tote Juden beweint, als dass man sich lebenden Juden - in Israel oder in der Diaspora - zuwendet, bekennt und mit ihnen solidarisiert. In dieser Hinsicht halte ich meinem Land, der Schweiz, vor, sich ihrer Verantwortung aus dem Zweiten Weltkrieg bis heute nicht gestellt zu haben. Da verkommt sogar die Diskussion über eine zentrale Gedenkstätte oder zu Raubkunst zur willkommenen Ablenkung vom Thema. Mitglied im Deutschen Verband der Pressejournalisten

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*