Rückt Neukölln in den Fokus internationaler Beachtung?

Für den «Otto-Normal-Touristen» dürfte der Berliner Bezirk Neukölln eher nicht zu den «must-sees» gehören: bis zum Mauerfall zu West-Berlin gehörend, lag er an der innerddeutschen Zonengrenze, welche ihn vom Bezirk Treptow trennte. Die Bevölkerungsstruktur wurde in den Jahren der Teilung von Einwanderern und sog. Personen mit Migrationshintergrund beherrscht, wie es im Wikipedia-Artikel umschrieben wird. Nach der, im bundesdeutsches Duktus als Problem-Kiez bezeichneten Umschreibung, lag der Ausländeranteil Mitte 2021 bei 50%, «die aus 155 verschiedenen Ländern stammen». Wenn der Bezirk aktuell vermehrt Beachtung findet, könnte das an einem neulichen Entscheid des Bezirksstadtrates Hannes Rehfedt (CDU) liegen.

Wer öffentliche Mittel erhält, muss für die Achtung unserer Verfassung und den Schutz der Menschenwürde eintreten. Und zwar vollständig und zu jeder Zeit.

Zitiert in der BILD, am 10.08.2026

Konkret führte er weiter aus, die insgesamt 24 betroffenen Träger von Projekten zu psychischen Erkrankungen und in der Obdachlosenbetruung, hätten sich an die Antisemitismus-Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) halten.

Das beinhalte insbesondere auch Aussagen, in denen die Regierung Israels mit den Nationalsozialisten verglichen wird. Für die Opposition ist das «Maulkorb-Politik»!

Der CDUler versucht, einen Maulkorb gegen Kritiker israelischer Kriegsverbrechen aufzuerlegen

Linke-Fraktionschef Ahmed Abed in der taz

In Berlin wird am 20. September 2026 gewählt, Ahmed Abed kandidiert für das Amt des Bürgermeisters. Vor rund einem Jahr tat er sich besonders hervor, als er den aus Neukölnns Partnerstadt Bat Yam angereisten Tzvika Brot zweimal als Mörder verunglimpfte.In der Bezirksverordnetenversammlung – nur Deutsche können solchen Buchstabensalat noch als Bezeichnung einer politischen Instanz erfinden – rief er aus: «Sie unterstützen den Völkermord!» Abed hat palästinensische Wurzeln, er hat die vom Deutschen Bundestag als antisemitisch eingestufte BDS, welche sich für einen Boykott des jüdischen Staates stark macht, vor Gericht als Anwalt vertreten.

Für die Berliner CDU ist Abeds Nominierung ein «klares Signal an Grüne und SPD, jede Zusammenarbeit mit der Linkspartei auszuschliessen»! Wie gesagt: in Berlin wird am 20. September 2026 gewählt.

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Volker Beck mit der Aussage zitiert:

Ahmed Abed steht nicht für Palästina-Solidarität, sondern für eine Verteufelung Israels. Mit seiner Wahl hat sich die Linke entschieden, offensiv auch um antisemitische Stimmen zu werben

Quelle: Jüdische Allgemeine

Im selben Beitrag wird auch der Direktor des American Jewish Committee Berlin, Remko Leemhuis mit der Aussage erwähnt:

… Ahmed Abed lehne in der Bezirksversammlung seit Jahren systematisch Resolutionen gegen Antisemitismus sowie Beschlüsse der Solidarisierung mit jüdischen Opfern ab … ‚und begründet dies regelmäßig mit angeblicher ›Einseitigkeit‹. Damit stelle Abed »den Schutz jüdischen Lebens nicht als Selbstverständlichkeit dar, sondern als eine verhandelbare Größe«

Quelle: Jüdische Allgemeine

Dem schliessen wir uns uneingeschränkt an! Und, als langjährige Beobachter der politischer Berichterstattung, bleibt für uns bloss die Frage, weswegen sie hierzu so lange gebraucht haben! Ist die Sehnsucht deutscher Juden ‚dazu zu gehören‘, noch immer stärker, als Überlebens-wichtige Schlussfolgerungen offen und schonungslos zu ziehen? Es gilt, heute mehr denn je zuvor: Augen auf und sich nicht von Wunschdenken blenden zu lassen! Die Generation unserer Eltern und Grosseltern hat dafür teuer gezahlt, mit ihrer physischen und psychischen Gesundheit! Es ist fünf Minuten vor 12 Uhr, wie das Titelbild so treffend anzeigt! Nicht nur in Berlin-Neukölln!

Dieser Beitrag wurde aktualisiert durch Thomas Morvay, vor 4 Wochen ago

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Der mit Sprache Bilder kreiiert Seit über 10 Jahren journalistisch tätig, vorwiegend zu Themen Israel und jüdisches Leben. Zuvor Korrespondent und Redaktioneller Mitarbeiter für die European News Agency, und seit geraumer Zeit als Blogger hier auf dieser Plattform. Davor war ich auch fleissig als Kommentator über die Plattform Disqus unterwegs, u.a. bei der Jerusalem Post oder die Neue Zürcher Zeitung. Inhaltlich mache ich keinen Hehl aus meiner Überzeugung, dass für mich die sog. Zwei-Staaten-Lösung - die ja wahl- und bezeichnenderweise auch schon ein Konzept für mehr als 2 Staaten war - eine in der westphälischen Ordnung (Henry Kissinger) verwurzelte und europazentrische Sichtweise - überholt resp. zumindest neu gedacht werden muss. Als Sprössling zweier Überlebenden der Schoa ist das, was man heutzutage Erinnerungskultur nennt, naturgemäss mein Thema. In diesen Zusammenhang gehört die Auffassung, dass man nach wie vor lieber tote Juden beweint, als dass man sich lebenden Juden - in Israel oder in der Diaspora - zuwendet, bekennt und mit ihnen solidarisiert. In dieser Hinsicht halte ich meinem Land, der Schweiz, vor, sich ihrer Verantwortung aus dem Zweiten Weltkrieg bis heute nicht gestellt zu haben. Da verkommt sogar die Diskussion über eine zentrale Gedenkstätte oder zu Raubkunst zur willkommenen Ablenkung vom Thema. Mitglied im Deutschen Verband der Pressejournalisten

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