Radeln und erinnern

(JNF-KKL) – Der Jüdische Nationalfonds in Deutschland will einen Erinnerungsweg für die Opfer des Massakers von München vor 50 Jahren in Israel anlegen. Zur Unterstützung der Aktion ruft die Organisation zum Spenden auf.

Folgender Text des Jüdischen Nationmalfonds Deutschlands erreichte uns aktuell:

momentan finden bis zum 21. August im Rahmen der European Championships neun Europameisterschaften in München statt. Dies ist die größte Sportveranstaltung in der Stadt seit den Olympischen Spielen 1972. Wir lesen auf der Homepage zum Event: „Neben dem Olympiapark als Herzstück der Veranstaltung putzt sich die gesamte Stadt für ein spektakuläres und unvergleichliches Erlebnis heraus. Geballter Spitzensport umrahmt von einem bunten Festival – so lässt sich ein goldenes Jubiläum gebührend feiern.“
Die Olympischen Spiele 1972 sollten – im Gegensatz zur Olympiade 1936 in Berlin – ein weltoffenes Deutschland zeigen und Leichtigkeit und Freude widerspiegeln. Diese Freude wurde jäh unterbrochen durch das brutale Attentat palästinensischer Terroristen auf israelische Athleten. Aus heiteren Sommerspielen war eine grausame extremistische Mordserie geworden, aus Freude und Spaß am Sport Bestürzung und tiefe Trauer.
Am 05./06. September wurden elf israelische Athleten und ein deutscher Polizist auf schreckliche Weise getötet. Das Attentat von München ist bis heute ein grausamer Präzedenzfall in der Geschichte der Olympischen Spiele geblieben und hat neben den zwölf Getöteten auch eine Vielzahl von zwar überlebenden, aber zutiefst traumatisierten Sportlern und bis ins Mark erschütterte Angehörige zurückgelassen. Dass gerade in Deutschland jüdischen Athleten so etwas widerfahren konnte, ist bis heute für viele unverständlich geblieben.
Federführend organisiert das israelische Generalkonsulat in München eine Gedenkradtour vom Konsulat zum Fliegerhorst Fürstenfeldbruck: www.radelnunderinnern72.de
Dort werden am 5. September 2022 die Staatspräsidenten Jitzchak Herzog und Frank-Walter Steinmeier zu einem Staatsakt zusammenkommen.
Der jüdischen Tradition verpflichtet, soll das Andenken an die Opfer zu einem Segen für nachfolgende Generationen werden. Auch in Israel wollen wir aus Deutschland eine bleibende Erinnerung an dieses Ereignis und seine tragischen Helden schaffen. Die israelischen Athleten haben bis zu ihrem letzten Atemzug alles Menschenmögliche getan, um zu überleben, zum Teil sogar anderen zur Flucht zu verhelfen, und sind als stille Helden gestorben.
Deshalb wollen wir einen 35 Kilometer langen Fahrrad-Rundweg zur Erinnerung im Alona Wald anlegen lassen – ein Geschenk an Israel und seine Bewohner, wo der Radsport immer beliebter wird. An zentraler Stelle des Radweges im Wald wird ein Gedenk-Monument errichtet, auf dem Informationen zu den Biographien der Opfer und zu den Geschehnissen angebracht sind; eine Würdigungsplakette für Spender/innen ergänzt das Projekt.
Gerade viele jüngere Israelis waren zum Zeitpunkt der Geiselnahme noch gar nicht auf der Welt und werden durch unser Projekt die Möglichkeit erhalten, im Rahmen ihrer eigenen sportlichen Betätigung Zugang zu diesen historischen Ereignissen zu erhalten.
Der Rundweg führt durch das Naturschutzgebiet Sharon und wird mit unserer Unterstützung diverse Rad-Zufahrtswege bekommen, die von den umliegenden Gebieten wie dem Mei Kedem Komplex oder Zichron Ya’acov auf diese Weise sicher angefahren werden können.
So werden wir in der freien Natur und bei sportlicher Betätigung die Erinnerung an die friedlich zur Olympiade nach Deutschland gereisten und von Terroristen brutal ermordeten Sportler wach halten – auf dass die Hoffnung und das Hinarbeiten zu Frieden bei allen Vorbeikommenden gestärkt werden möge.
Die Erinnerung in Bewegung halten – bitte helfen Sie uns diesen Gedenk-Radweg möglich zu machen!
Mehr zu unserem Projekt erfahren Sie auf unserer Homepage.”

Spezielle Werbe-Mail mit Spendeaufruf, 19.08.2022

Das Spendenkonto ist auf der oben genannten Homepage wie folgt angegeben. Mit der kostengünstigen Variante als “SEPA”- Auslands-Zahlung ist spenden auch aus der Schweiz möglich:
Jüdischer Nationalfonds e.V.
IBAN: DE49 3702 0500 0000 0170 01
BIC: BFSWDE33
Vermerk: “Radweg Olympia 72”

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Über Thomas Morvay 198 Artikel
Der mit Sprache Bilder kreiiert Seit über 10 Jahren journalistisch tätig, vorwiegend zu Themen Israel und jüdisches Leben. Als Korrespondent und Redaktioneller Mitarbeiter für die European News Agency, und seit geraumer Zeit auch als Blogger hier auf dieser Plattform. Davor war ich auch fleissig als Kommentator über die Plattform Disqus unterwegs, u.a. bei der Jerusalem Post oder die Neue Zürcher Zeitung. Mitglied im Deutschen Verband der Pressejournalisten

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