Erneuter Terroranschlag in Israel

Sicherheitskräfte vor dem Restaurant in Tel Avivs Dizengoff Strasse, wo ein Terrorist am Abend des 7. April 2022 2 Menschen getötet und etwa ein Dutzend verletzt hat. Vier Opfer wurden noch in der Nacht notoperiert, ein Mensch schwebt nach wie vor in Lebensgefahr. (Credits: IMAGO/Xinhua)

Tel Aviv – Am frühen Abend des 7. April 2022 schoss ein palästinensischer Araber aus den nördlichen umstrittenen Gebieten in Tel Avivs belebten Dizengoff Strasse, einer der beliebtesten Ausgehmeilen der Stadt, um sich. Er tötete mindestens 2 Menschen und verletzte etwa ein weiteres Dutzend, vier davon schwer. Ein Opfer des Anschlags kämpft noch immer um sein Leben. In der Nacht wurde der Attentäter eliminiert.

Letzte Aktualisierung: 8. Apr 2022 @ 17:27

Es fällt schwer, nicht in wütende, rassistische Klischees angesichts der neuesten Tragödie zu verfallen. Zwei junge israelische Männer verloren ihr Leben, ausgelöscht durch den feigen Anschlag eines palästinensischen Arabers aus den umstrittenen Gebieten. Ihre Namen gaben die Sicherheitsorgane heute früh mit Eytam Mengini und Tomer Morad bekannt, beide waren 27 Jahre alt. Auch nachdem der Attentäter noch in der Nacht aufgespürt und eliminiert wurde: seine Familie erhält eine fürstliche, lebenslange Rente, mitfinanziert durch die Europäische Union und auch der Schweiz! Vier weitere Menschen wurden lebensgefährlich verletzt und noch in der Nacht notoperiert. Die Ärzte im Ichilov-Krankenhaus kämpften bis in die Morgenstunden um die Leben der Schwerverletzten, einer von ihnen ist auch heute noch nicht übern Berg.

Es fällt schwer, die richtigen Worte für den Attentäter zu finden. Auch er ein junger Mensch, der gemäss den bisher vorliegenden Informationen in die Reihe der Täter der aktuellen Anschlagsserie passt: aus Jenin stammend, kaum älter als seine Opfer, bisher nicht polizeilich aufgefallen und sich illegal in Israel aufhaltend. Sozialisiert vermutlich in den Schulen der Palästinensischen Autonomiebehörde, mit Schulbüchern und durch Lehrpersonen erzogen, welche in der Hauptsache durch Europa finanziert werden. Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), zu dessen Hauptaufgaben die Gewährleistung eines geordneten Unterrichtswesens gehört, und mit ihnen die sie finanzierenden Länder, behaupten stets, ihr Unterrichtsmaterial richte sich an den “Grundwerten der Vereinten Nationen” aus. In seinem jüngsten Bericht zur UNRWA erklärt der Schweizer Bundesrat u.a.:

Die Schweiz unterstützt das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten seit deren Gründung in den 1950er Jahren. Der Beitrag beläuft sich für die Periode 2017 bis 2020 auf jährlich rund 20 Millionen Franken. Seit 2005 ist die Schweiz zudem Mitglied der Beratenden Kommission der UNRWA und beteiligt sich an den Reformdiskussionen.

Medienmitteilung “Bundesrat verabschiedet UNRWA-Bericht” vom 14.10.2020

Geradezu höhnisch mutet im aktuellen Kontext an, wenn erklärt wird:

Heute zählt die UNRWA mehr als 27’000 Mitarbeitende und führt über 700 Schulen und 140 Gesundheitszentren. Über 5,6 Millionen Palästinenserinnen und Palästinenser sind bei ihr als Flüchtlinge registriert. UNRWA verfügt über ein Jahresbudget von rund 1,3 Milliarden Franken. Der Bericht erläutert historisch bedingte Merkmale der UNRWA: die institutionelle Sonderlösung jenseits des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, die eigene Flüchtlingsdefinition, die «Recht auf Rückkehr»-Resolution als ein Referenzpunkt sowie ihre Rolle als Dienstleister mit starker Feldpräsenz, die sie von anderen UNO-Agenturen unterscheidet.

[…]

In seinem Bericht hält der Bundesrat fest, dass das Mandat der UNRWA nach wie vor relevant ist und zur Stabilität in der Region beiträgt. In Einklang mit der ebenfalls heute vom Bundesrat verabschiedeten Strategie für den Mittleren Osten und Nordafrika (MENA-Strategie 2021-24) wird die Schweiz die von der UNRWA eingeleiteten Reformen zur Stärkung der Gouvernanz als eine Priorität unterstützen und eng begleiten.

Medienmitteilung “Bundesrat verabschiedet UNRWA-Bericht” vom 14.10.2020

Eine Reaktion der offiziellen Schweiz auf den jüngsten Terroranschlag steht noch aus. Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock erklärte immerhin noch in der Nacht auf Twitter, bezeichnenderweise auf Englisch, und einmal mehr in der Tradition ihrer Vorgänger, tote Juden beweinend:

Es gibt Berichte, wonach der greise Präsident der Autonomiebehöde PA Mahmud Abbas auch diesen jüngsten Anschlag verurteilt hat. Aber solange die Praxis des bereits erwähnten “pay for slay” nicht beendet wird – und Abbas hat dies bisher stets abgelehnt und sich geweigert, von der Bezeichnung “Märtyrer” für die feigen Mörder abzurücken – bleibt dies ein Hohn. Unter diesen Voraussetzungen fällt auch schwer, Perspektiven für eine friedliche Beilegung des Konflikts ernst zu nehmen. Auf den Terror darf es weiterhin nur eine Antwort geben, die konsequente Bekämpfung der Täter und ihrer Helfershelfer. Und zu ihnen gehören auch die politischen Unterstützer, egal wo sie sich aufhalten: in der Region oder doch lieber im bequemen Sessel in Europa!

UPDATE: Traurige Gewissheit nun: der feige Terroranschlag hat auch ein drittes Todesopfer gefordert. der 35-jährige Familienvater und Vater dreier Kinder Barak Lufan ist heute seinen Verletzungen auch erlegen. Er ist das 13. Opfer der neuesten Terrorwelle der beiden letzten Wochen.

UPDATE 2: Der Vater des Terroristen, ein Offizier im Sicherheitsapparat der PLO, feierte seinen Sohn als Helden und Bfreier von Al-Aqsa. Es ist zu hoffen, er wird dafür zur Rechenschaft gezogen – nicht dass dies allzu wahrscheinlich ist. Und hier beginnt das grösste Übel: solange junge Menschen in einer solchen Atmosphäre aufwachsen, ist Frieden mit diesen palästinensischen Arabern nicht möglich!

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Über Thomas Morvay 198 Artikel
Der mit Sprache Bilder kreiiert Seit über 10 Jahren journalistisch tätig, vorwiegend zu Themen Israel und jüdisches Leben. Als Korrespondent und Redaktioneller Mitarbeiter für die European News Agency, und seit geraumer Zeit auch als Blogger hier auf dieser Plattform. Davor war ich auch fleissig als Kommentator über die Plattform Disqus unterwegs, u.a. bei der Jerusalem Post oder die Neue Zürcher Zeitung. Mitglied im Deutschen Verband der Pressejournalisten

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